Bücher

Druckerei

Bis ich mein Buch in den Händen halte, vergeht eine lange Zeit. Aber ist es bereit für die Druckerei, dann steht man in neuen Startlöchern.

Wie entsteht eigentlich ein Buch? Natürlich ist der erste Schritt fast schon der einfachste. Man hat eine Geschichte, die man schon immer einmal erzählen wollte. Die Charaktere sind für sich selber logisch und nachvollziehbar. Nun heißt es sich die Ruhe zu nehmen und die Kraft der Vorstellung auf Papier zu bringen.

Sicherlich ist das Papier heute eher virtuell. Denn ich lümmel gerade auf meinem Sofa, mit dem Laptop auf dem Schoss und tippe. Verschreiben ist nicht mehr so schlimm, dafür gibt es ja ein Löschen und keiner sieht die Fehler. Tatsächlich bin ich noch mit Schreibmaschinen groß geworden. Tipp Ex klebte immer und überall.

Da ist es wirklich einfacher, wie es heute ist. Schreiben, Korrekturen und eben nach Synonymen suchen. Alles nur einen Mausklick entfernt. Man fülle Seiten mit dem Inhalt, der die Leserschaft bewegen möge und dann? Dann kann man es an Freunde und Kritiker geben und hoffen, dass es nicht direkt auseinander genommen wird. Ist dem so, dann sollte man sich gern bedanken! Denn schließlich liegen Erfolg und Misserfolg sehr eng zusammen.

Aber auch das liegt im Auge des Lesers und so sind und waren die Meinungen oft geteilt. Mutig weiter geht man an einen Verlag und muss da wirklich einen langen Atem und viel Glück haben. Vielleicht hilft eine Pries an Bekannten, die einem etwas weiterhelfen können. Oder man versucht es über einen Agenten, was eben soviel Zeit in Anspruch nimmt.

Heute ist Self-Publishing auch ein bekannter Weg. Einer, der mich schon reichlich graue Haare gekostet hat. Möglich, wenn auch bisweilen etwas kompliziert. So entstand mein erstes Buch mal allen Fehler und Hindernissen, die man sich denken kann. Der Inhalt ist aus dem Leben geschrieben und viele meiner Freunde lieben es. Das freut mich wirklich sehr. Aber die Leute, die mich und meine verrückten Ideen nicht kennen, lieben oder hassen es.

Fehler in Texten, Kommas, Orthografie und wer weiß nicht, was noch alles, muss stimmen, damit es flüssig klingt. Mit all diesen Hürden habe ich mich auseinandergesetzt und schließlich habe ich einen Verlag gefunden. Einen, der mit Kostenbeteiligung gearbeitet hat. Sicherlich hatte ich im Vorfeld gelesen, dass es nicht üblich sei, Autoren mit ins Boot der Kosten zu nehmen.

Aber die Verlage, die das können, wollten mein Buch nicht. Ich wollte es aber mit meinen Freunden teilen. Ich hatte einen Sponsor und Glück, als auch Pech. Glück, dass ich mein Buch heute in den Händen halte. Pech, dass der Ablauf bis dahin sehr zäh war. Nehmen wir Corona wieder an Bord, war alles schwierig. Vom Lektorat bis zum Druck alles neu und alles nicht nach meinen Vorstellungen.

Aus der Vergangenheit heraus kann ich schreiben, heute würde ich es anders machen. Aber mein Herzensprojekt war in einem großen Paket von der Druckerei geliefert worden. Mein Buch, ohne all die kleinen und großen Fehler aus dem ersten Versuch. Dennoch bleibt man nicht auf der Stelle.

So stehe ich heute wieder vor der Druckerei, mit meinen Bildern in der Hand und dem Vorhaben, das erste Bilderbuch fertig zu stellen. Illustriert und zusammengestellt, Texte formuliert und per Datei zugeschickt. Alles etwas einfacher als mit der Schreibmaschinenwerke unter dem Arm. Ich bin immer noch sehr aufgeregt und hoffe, euch bald das neue Werk zeigen zu können.